Die Fitschigogerlregeln und ihre richtige Auslegung

Herausgegeben vom 1. Österreichischen Fitschigogerlclub (1. ÖFIC) – 2000, 4. Auflage. Nach diesen Regeln werden alle unsere Bewerbspiele durchgeführt. Schiedsrichter achten auf die Einhaltung dieser.

Regel 1: Spielbrett, Spielfeld

Spielbrett: bestehend aus Holz, Plastik oder Kunststoff mit ebenem Spielfeld 100 x 64 cm. Das Spielfeld wird von 5 mm hohen Holzbanden eingefasst. Die Banden sind in den Spielfeld – Ecken ausgerundet (Ausrundungsradius 5 cm) und im Bereich der Tore 7 cm unterbrochen.

Auffangbehelf: Er ist in einer Entfernung von mind. 6 cm parallel zur Torlinie hinter den Toren anzubringen. Maximalhöhe ist 1 cm. Mindestlänge: 12cm nach jeder Seite von der Tormitte aus gemessen. Ist der Abstand zur Torlinie größer, so hat die Mindestlänge pro 1 cm mehr Abstand je 15 mm mehr nach beiden Seiten zu betragen! Der Raum zwischen Torlinie und Auffangbehelf hat so beschaffen zu sein wie das Spielfeld.

Tore: 7cm breit (werden durch die unterbrochenen Banden gebildet). Die Bande muss sich beiderseits der Tore deutlich von der restlichen Bande unterscheiden (Länge: mind. 1 cm, max. 5 cm). Die Bande darf beim Tor nur eine Breite von max. 5 mm aufweisen, wobei sie sich vom Tor zur Spielfeldecke hin in einem Winkel von 45 Grad zur Torlinie beliebig verbreitern kann.

Torraum: 185 x 55mm

Strafraum: 390 x 165mm

Mittelkreis: 18cm Durchmesser

Das Spielfeld darf nicht verschmutzt sein, aber auch nicht so vorbereitet sein, dass ein gutes Gleiten von Spielern und Ball verhindert wird.

Das Spielbrett muss vor Spielbetrieb vom Schiedsrichter einer Kommissionierung unterliegen.

Regel 2: Spieler

Pro Mannschaft 2 Stück original Fünfschillingmünzen, die durch Farbmarkierung, die sich deutlich von der Farbe des Spielbrettes unterscheiden muss, auf einer Oberfläche gänzlich und eben bedeckt sein müssen.

Regel 3: Ball

1 Stück original Zweigroschenmünze, die auf einer Oberfläche mit Farbmarkierung, die sich deutlich von der Farbe des Spielbrettes und der Spieler unterscheiden muss, gekennzeichnet ist.

Regel 4: Schießbrett

Kamm oder sonstiges Spielgerät. Das Schießbrett darf das Spielbrett nicht beschädigen.

Regel 5: Spieldauer

Jedes Spiel dauert 2 x 15 Minuten mit einer Halbzeitpause von max. 3 Minuten (bei beiderseitigem Einvernehmen kann der Schiedsrichter auf die Pause verzichten). Bei unentschieden endenden Pokalspielen 2 x 5 Minuten Nachspiel (keine Pause). Sollte noch keine Entscheidung gefallen sein, erfolgt ein Strafstoßschießen (fünf Strafstöße jeder Partei – bis zur Entscheidung nach Regel 22).

Regel 6: Schiedsrichter

Jedes Spiel muss von einem Schiedsrichter geleitet werden, dessen Entscheidungen genau zu befolgen sind.

Regel 7: Ausführung der Spielzüge

Mittels Schießbrett wird jeweils ein Spieler der eigenen Mannschaft bewegt und so versucht, den Ball hinter die gegnerische Torlinie zu schießen (vgl. Regel 12). Schieben (vgl. Regel 25) oder zu wildes Schießen ist verboten und wird mit einem Freistoß bzw. Strafstoß (im eigenen Strafraum) vom Tatort bestraft. Die Spielzüge sind von beiden Parteien abwechselnd durchzuführen. Bei Durchführung eines Spielzuges muss der vorhergegangene Spielzug vollständig beendet sein, d.h. alle Spieler und der Ball müssen zur Ruhe gekommen sein. Verstöße gegen diese Regel werden mit Freistoß von der eigenen Strafraumecke (vgl. Regel 21) bestraft.

Regel 8: Banden

Die Banden dürfen bei jedem Spielzug miteinbezogen werden.

Regel 9: Spieler im eigenen Torraum

Im eigenen Torraum darf sich nur ein verteidigender Spieler befinden. Verstöße gegen diese Regel werden mit einem Strafstoß geahndet. Wird ein Spieler vom Gegner oder Ball in den Torraum geschleudert und befinden sich dann beide verteidigenden Spieler im Torraum, so gilt dies nicht als Regelverstoß, doch muss ein Spieler mit dem nächsten eigenen Spielzug aus dem Torraum entfernt werden.

Regel 10: Spieler im gegnerischen Torraum

Befinden sich beide angreifenden Spieler im gegnerischen Torraum, ist auf Torabstoß (nach Regel 24) für die verteidigende Partei unter Anwendung der Vorteilsregel zu entscheiden. Diese Regel ist nach einem erfolgreichen Torschuss nicht anzuwenden.

Regel 11: Angreifender Spieler im gegnerischen Tor

Wird ein angreifender Spieler in das gegnerische Tor geschleudert erfolgt unter Anwendung der Vorteilsregel Torabstoß für die verteidigende Partei.

Regel 12: Spieler liegen genau auf „maßgebenden Linien"

Liegt der Ball oder ein Spieler mit seiner Mitte genau auf der für die Anwendung einer Regel maßgebenden Linie, so ist zu Gunsten der verteidigenden Partei zu entscheiden. Beispiel: Liegt der Ball genau auf der Torlinie, so ist nach einem gültigen Torschuss auf „Ball nicht im Tor", nach einem ungültigen Torschuss auf „Ball im Tor", daher Torabstoß zu entscheiden.

Regel 13: Richtiges Aufstellen des Tormannes

Wird ein eigener Spieler in das eigene Tor geschossen kann er an einer beliebigen Stelle der Torlinie aufgestellt werden, wobei sich die Spielermitte genau auf der Torlinie befinden muss. Das Aufstellen des Spielers auf der Torlinie muss vor Durchführung des folgenden Spielzuges geschehen. Geschieht dies nicht und bleibt der Spieler im Tor liegen, kann er dann wieder auf die Torlinie gestellt werden, wenn die jeweilige Partei am Zug ist. Dieses Aufstellen gilt nun bereits als Spielzug. Wird ein eigener Spieler unabsichtlich (sei es durch den Gegner oder den Ball) ins eigene Tor geschleudert, kann er sofort auf der Torlinie aufgestellt werden, wobei dieses Aufstellen nicht als eigener Spielzug gilt. Durch das Aufstellen des Spielers auf der Torlinie darf keine Verschiebung des Balles oder eines Spielers eintreten.

Regel 14: Abrücken der Spieler von der Bande

Liegt ein Spieler unmittelbar an der Bande, darf er zur Erleichterung des Schießens max. 5mm mit der Hand im richten Winkel von der Bande abgerückt werden.

Regel 15: Spieler und Ball berühren einander

Wenn ein Spieler und der Ball einander berührend auf dem Spielfeld liegen, ist mit diesem Spieler kein gültiger Torschuss zulässig, und zwar auch dann nicht, wenn der Ball von der Bande oder anderen Spielern in das Tor abgelenkt wird. Wird der Ball dennoch in das gegnerische Tor geschossen, ist ein Torabstoß für die verteidigende Partei durchzuführen. Ein Eigentor kann jedoch erzielt werden. Die Berührung zwischen Ball und Spieler darf durch die Anwendung der Regel 14 nicht aufgehoben werden.

Regel 16: Spieler oder Ball wird über die Bande geschleudert

Wird ein Spieler oder der Ball über die Bande geschleudert ist er dort, wo er das Spielfeld verlassen hat, vom Schiedsrichter aufzustellen.

Regel 17: Ball im eigenen Strafraum

Wenn sich der Ball im eigenen Strafraum befindet, kann kein gültiger Torschuss auf das gegnerische Tor erfolgen. Wird der Ball dennoch in das gegnerische Tor geschossen, ist ein Torabstoß von diesem Tordurchzuführen.

Regel 18: Foulspiel, Vorteilsregel

Berührt ein Spieler den Gegner, ohne vorher den Ball berührt zu haben, so ist dies ein Foul, und wird mit einem Freistoß vom Tatort bestraft (im Strafraum mit Strafstoß, sofern der Stürmer gefoult wurde). Als Regelverstoß gilt auch das Berühren eines gegnerischen Spielers oder Balles mit der Hand oder mit dem Schießbrett, das Berühren eines eigenen Spielers mit der Hand (ausgenommen das Stellen des Tormannes auf der Torlinie oder das Stellen der Spieler vor einem Freistoß, Abstoß, Anstoß oder Strafstoß), sowie das Aufstützen mit der Hand auf dem Spielfeld, das ebenfalls mit Freistoß bzw. Strafstoß zu bestrafen ist. Würde die Durchführung eines Frei- oder Strafstoßes dam Schuldigen einen Vorteil bringen bzw. dem Geschädigten einen Nachteil, ist das Spiel auf Verlangen der gefoulten Partei nicht zu unterbrechen. Das Ausnützen des Vorteils ist von der gefoulten Partei vor dem nächsten Spielzug dem Schiedsrichter klar mitzuteilen.

Regel 19: Eigentor

Wird der Ball von einer Partei in ihr eigenes Tor geschossen, ist immer auf Eigentor zu entscheiden. Wird jedoch ein Schuss des Gegners von einem eigenen Spieler in das eigene Tor abgelenkt, gilt dies nicht als Eigentor und alle Regeln, die allenfalls die Aberkennung des Tores ergeben, sind in Anwendung zu bringen.

Regel 20: Sperren

Werden die Feldspieler einer Mannschaft vom Gegner durch Abdecken das Balles mit einem oder beiden Spielern am direkten Spielen des Balles gehindert, so gilt dies als Sperren. Der Ball gilt dann als gesperrt, wenn er vor einem auf der Torlinie stehenden Spieler gespielt werden könnte. Dreimaliges unmittelbar aufeinanderfolgendes Sperren ist mit einem Freistoß bzw. Strafstoß zu bestrafen.

Regel 21: Freistoß

Der Ball wird vom Schiedsrichter auf den Ort des Regelverstoßes gelegt, wobei dieser aber von allen Seiten ungehindert gespielt werden könnte. Die verteidigende Partei stellt ihre Spieler mit einemMindestabstand von 9cm vom Ball auf. Danach stellt der Freistoßschütze seine Spieler auf und darf mit einem oder beiden Spielern hintereinander insgesamt 2x schießen, wobei mit dem ersten oder zweiten Schuss ein Tor erzielt werden kann. Bei Freistößen aus dem eigenen Strafraum ist die Regel 17 anzuwenden. Wird der Tormann der verteidigenden Partei durch den ersten Schuss des Freistoßschützenin das Tor geschleudert, darf er vor Ausführung des zweiten Schusses wieder an einer beliebigen Stelle der Torlinie aufgestellt werden. Bei Verstößen gegen die Regel 7 wird der Freistoß von einer Strafraumecke jener Partei, der der Freistoß zugesprochen worden ist, abgeschossen. Die Ballmitte muss sich dabei auf der Strafraumlinie befinden. Ein gültiges Tor kann erst mit dem zweiten Schuss erzielt werden, vorausgesetzt der Ball wurde aus dem eigenen Strafraum gespielt. Sollte die Durchführung eines Freistoßes bereits nach Ablauf der Spielzeit erfolgen, kann nur mit dem ersten Schuss ein gültiges Tor erzielt werden, wonach das Spiel bzw. die Halbzeit beendet ist.

Regel 22: Strafstoß

Ein Verteidiger steht auf der Torlinie, der zweite Verteidiger muss außerhalb des Strafraumes so aufgestellt werden, dass er das Schießen des Strafstoßes nicht behindert. Der Ball wird auf die Strafstoßmarke (11 cm von der Tormitte entfernt) gelegt, der Straf- Stoßschütze muss mit dem Mittelpunkt außerhalb des Strafraumes stehen. Es darf 1x geschossen werden. Der Strafstoß wird auch nach Ablauf der Spielzeit noch durchgeführt. Es darf sich nur der verteidigende Tormann, der sich auf der Torlinie befindet, im Strafraum aufhalten

Regel 23: Anstoß

Der Anstoßende stellt seine Spieler, nachdem der Gegner seine Spieler aufgestellt hat. Alle Spieler müssen in der eigenen Spielhälfte und außerhalb des Mittelkreises aufgestellt werden. Der Anstoßende darf 2x schießen, wobei der Ball vorerst auf der Anstoßmarke zu liegen hat und nach dem ersten Schuss den Mittelkreis verlassen muss. Aus dem Anstoß sowie aus dem zweiten Schuss darf kein Tor erzielt werden, bei Regelverstoß – Abstoß. Die anstoßende Partei wird vor Spielbeginn durch das Los ermittelt.

Regel 24: Abstoß

Die Spieler der abstoßenden Partei dürfen im eigenen Strafraum oder Torraum aufgestellt werden (Regel 9 findet beim Abstoß keine Anwendung), die Spieler der Gegenpartei müssen sich außerhalb des Strafraumes der abstoßenden Partei befinden. Zuerst sind die Spieler der nichtabstoßenden Partei zu stellen. Der Ball wird auf einen beliebigen Punkt der Torraumlinie gelegt, und von dort mit einem Schuss ins Spiel gebracht, wobei der Ball den Strafraum verlassen muss. Mit dem Abstoß darf kein Tor erzielt werden. Sollte der Ball nicht den Strafraum verlassen ist der Abstoß zu wiederholen. Ein Spieler muss den Torraum verlassen, um nicht gegen Regel 9 zu verstoßen.

Regel 25: Schieben

Schieben bedeutet ein längeres Berühren des Spielers mit dem Schießbrett während seiner Schussbahn, als dies unbedingt erfordert. Bei Regelverstoß ist auf Freistoß bzw. Strafstoß zu entscheiden.

Regel 26: Zeitschinden, Kritisieren

Absichtliches Zeitschinden und Kritisieren des Schiedsrichters wird mit Verwarnung bzw. im Wiederholungsfall mit Freistoß von der eigenen Strafraumecke (Regel 21) geahndet.

Regel 27: Strafverifizierungen

Sollte eine Partei zu einem Spiel unentschuldigt nicht antreten, so wird dieses Spiel mit 5:0 Toren für den Gegner strafverifiziert.

Anhang: weitere Bestimmungen

Wird ein Spielbrett während eines Spieles beschädigt, so liegt es im Ermessen des Schiedsrichter, das Spiel fortzuführen (sofern kein entscheidender Schaden eingetreten ist), oder diesen beheben lassen, wobei eine maximale Spielunterbrechung von 10 Minuten zulässig ist. Wenn der Schaden in dieser Zeit nicht behoben werden kann, so ist auf einem anderen Spielbrett unverzüglich weiterzuspielen, wobei der Schiedsrichter alles notwendige zu veranlassen hat.

Das Spiel ist unter keinen Umständen abzubrechen.

Bei einem Bruch des Auffangbehelfes ist das Spiel ohne Unterbrechung auf dem beschädigten Spielbrett fortzuführen! Bei Beschädigung des Spielbrettes hat, der Schiedsrichter nach Spielende unverzüglich ein Vorstandsmitglied zu verständigen!